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Ruhrpottboot holt fünf Weltmeistertitel nach Bochum

Drachenboot Weltmeisterschaft 2015: Das Ruhrpottboot-Team des LDKC holt fünf Titel. Foto: © LDKC

Bei der Kanu-Drachenboot-Weltmeisterschaft holte das Ruhrpottteam des Linden-Dahlhauser Kanu-Clubs (LDKC) gleich fünf Titel. Ein Team, eine WM, fünf Titel – das hat in unserem Bundesland noch keiner geschafft. In dieser Hinsicht ist das Ruhrpottteam das erfolgreichste NRW-Drachenbootteam aller Zeiten.

Die fünfte ICF Club-Weltmeisterschaft im tschechischen Racice war vom 10. bis zum 13.09.2015 nicht nur der Mittelpunkt der Kanu-Drachenboot-Welt, sondern auch die internationalen Premiere des Bochumer Ruhrpottbootes. Ergänzt durch befreundete Kanuten aus dem süddeutschen Raum, konnte das junge Team mit einem Altersdurchschnitt von 23,8 Jahren nicht nur in der Männerklasse, sondern auch in der Frauen- sowie der „Königsklasse“ Mixed antreten.

Bereits am Donnerstag (10.09.) begann die Regatta mit den 500m-Rennen im Mixed-Großboot. Nach den ersten beiden internationalen Rennen überhaupt sicherte sich das Ruhrpottboot die Finalteilnahme, was zugleich die Erfüllung eines vermeintlich hoch gesetzten Zieles darstellte. Durch einen dermaßen starken Start im Finale zeigte man von Anfang an einen absoluten Siegeswillen. Durch harte Schläge auf der Strecke fiel es den übrigen Teams schwer, den Anschluss wiederherzustellen, sodass man bis kurz vor Schluss in Führung lag. In Folge eines sensationelles Endspurts konnte sich keine Bootbesatzung mehr vor die Bochumer schieben – vier Zehntel Vorsprung bedeuteten am Ende den Club-Weltmeistertitel. Davon überwältigt war der Jubel laut und deutlich auch am Streckenrand zu vernehmen – während vor lauter Stolz auch Siegertränen flossen.

In den zwei folgenden Tagen rückten die Kleinboote in den Fokus. Die Frauen ließen der internationalen Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance, sodass man die 200m sowie auch die 500m deutlich gewinnen und Weltmeistertitel zwei und drei beisteuern konnte.

Die Männer taten sich dort zu Beginn etwas schwerer. In einem stark besetzten Teilnehmerfeld reichte es über 500m knapp nur zur Holzmedaille. Bedingt durch die internationale Klasse des Feldes, war kein Rennausgang vorauszusagen, sodass man mit der sechstbesten Zeit so gerade eben ins 200m-Finale einzog. Durch ein beherztes Rennen schoben die „Ruhrpottler" ihr Boot als Zweite über die Ziellinie, was angesichts des Vortages und den vorherigen Läufen eine absolute Überraschung war; großer Jubel war die Folge.

In den kleinen Mixedbooten erreichte man über 500m und 2000m zwei weitere Vizeweltmeistertitel sowie eine Bronzemedaille über 200m. Am abschließenden Wettkampftag ging es dann auf die 2000m-Langstrecke, die auf einem Rundkurs mit drei Wenden gefahren werden. Unangefochten holten die „Golden Girls“ ihren dritten Weltmeistertitel für das Ruhrpottboot vom Linden-Dahlhauser Kanu-Club, während man gemeinsam im Mixed-Kleinboot einen weiteren Vize-Weltmeistertitel beisteuern konnte.

Im letzten Rennen der Regatta über die 2000m in den großen Mixedbooten wurde es dann mehr als chaotisch. In der letzten Wende wurden die Bochumer als vorausfahrendes Boot durch einen Mitfavoriten komplett in die Seite gerammt, was den Wendevorgang weit über die üblichen 180° hinaus gehen ließ und einen enormen Zeitverlust bedeutete. Auf der letzten Rennhälfte mussten die LDKC-Sportler diese verlorene Zeit aufholen, um seine Medaillenchancen zu wahren. Die „zweite Luft“ kam im Boot an und es konnte eine wahrlich große Schippe draufgelegt werden. Dadurch wurde der Abstand zu den hinteren Booten wieder vergrößert. Beim ICF ist die genaue Wenderegelung: Bei vorsätzlicher Berührung gibt es eine sofortige Disqualifikation für das verursachende Boot, jedoch keine Zeitgutschrift für das betroffene Boot.

Nach einer Zeit des Bangens stand es dann fest: 4,5 Sekunden Vorsprung reichten dem Ruhrpottboot, um das fünfte Mal Weltmeister zu werden. Die Freude nach diesem emotionalem Titel kannte keine Grenzen.

Das junge Team zeigte, dass trotz fehlender Erfahrung eine zusammengeschweißte Einheit der Schlüssel zum Erfolg ist. Die gesammelten Titel bedeuteten im Medaillenspiegel Platz 2 hinter Otaman aus der Ukraine. Aber eine derart reiche Medaillenausbeute bei nur einer WM gelang noch nie einem Team aus NRW – in dieser Hinsicht darf das Ruhrpottboot als das erfolgreichste NRW-Drachenbootteam aller Zeiten angesehen werden.

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