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Hallen-DM 26: drei Medaillen für TV 01

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Er hat auch allen Grund zum Strahlen: Marius Probst nach der Siegerehrung. Foto: TV-Wattenscheid 01

Etwas mehr als eine Handvoll Athletinnen und Athleten, dafür aber drei Medaillen und zwei Top-Platzierungen. Das in diesem Jahr sehr kleine Team des TV Wattenscheid 01 hat bei den Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften überzeugen können.

In der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle sicherte sich Marius Probst in seinem 1500-Meter-Finale den mittlerweile dritten Titel hintereinander in der Halle. Am Sonntagmittag lief Probst zu einem ungefährdeten Sieg in 3:38,90. „Das Ziel war die erfolgreiche Titelverteidigung und ich glaube, ich habe das hier eindrucksvoll bewiesen, dass hier heute der Titel nur über mich ging“, sagte Marius Probst. „So richtig hatte ich keine Taktik, ich wusste, dass ich vom Papier her der Favorit bin und bei Meisterschaften immer sehr gut performe. Ich hatte mir ein paar Gedanken gemacht und wollte möglichst frei laufen, ohne Gedränge.“ Das hat geklappt, jetzt heißt es gesund bleiben, um eine erfolgreiche Vorbereitung samt Trainingslager in Südafrika und einen hoffentlich noch erfolgreicheren Sommer mit den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid in Angriff und der EM in Birmingham zu nehmen.

Bronze für Kugelstoßerin Julia Ritter

Bronze gewann Julia Ritter mit der Kugel – und kam dabei endlich mal wieder auf eine Weite von über 18 Metern (18,13). „Der erste Stoß auf 17,72 wäre schon okay gewesen für diesen Winter“, sagte Julia Ritter nach dem Wettkampf mit der Medaille um den Hals, „aber ich wusste, dass heute viel mehr drin ist. Dann kam es im zweiten nicht, im dritten nicht, im vierten auch nicht, im fünften immer noch nicht. Und dann habe ich im sechsten gesagt: Komm jetzt, alles oder nichts. Und dann ist es sofort über 18 gegangen und das war ja eigentlich so mein heimliches Ziel.“ Das Erstaunliche: Nach einem Ausflug in die Drehstoßtechnik war Julia Ritter wieder zum klassischen Angleiten zurückgekehrt – und kommt damit nicht nur gesundheitlich besser zurecht, sondern auch in Sachen Leistung.

Sensationelle Jolina Ernst über 60 Meter

Sensationell auf das Podest sprintete Jolina Ernst über die 60 Meter. Bei 7,24 Sekunden blieb die Uhr stehen, neue persönliche Bestzeit, Platz drei. Dabei war Jolina Ernst gar nicht so hoch gewettet worden. Das Halbfinale hatte sie nur über die Zeit überstanden. „Dass das geklappt hat, freut mich natürlich mega. Ich habe so ein kleines Büchlein, da schreibe ich immer rein, was ich mir vor Meisterschaften wünsche. Und meistens geht das in Erfüllung. Und jetzt habe ich geschrieben, ich möchte die Bronzemedaille gewinnen, obwohl es eigentlich unrealistisch war, weil ich zuletzt nicht so fit war. Ich hab’s unters Kopfkissen gelegt, schlafe drauf – und es ist passiert“, sagte Jolina Ernst nach ihrer Bronzemedaille.

Persönliche Bestzeit für Deniz Almas

Eigentlich sehr gut lief es auch für Sprint-Neuzugang Deniz Almas. 6,59 Sekunden über die 60 Meter, neue persönliche Bestzeit und gleichzeitig die Norm für die Hallen-WM im polnischen Torun. Dass dabei „nur“ Platz fünf in einem außergewöhnlichen Finale heraussprang, ärgerte ihn aber schon ein wenig: „Grundsätzlich bin ich schon zufrieden, meine PB war auch schon überfällig, sechs Jahre alt. Ich bin froh, dass ich jetzt mal unter 6,60 gelaufen bin. Aber ich hätte hier gern schon eine Medaille mitgenommen. Deswegen bin ich schon ein wenig hin- und hergerissen.“ Deniz Almas will das jetzt als Ansporn für die Sommersaison nehmen.

Verena Meisl über 800 Meter auf Platz vier

Sehr zufrieden dagegen zeigte sich Mittelstrecken-Läuferin Verena Meisl mit ihrem vierten Platz über 800 Meter. Die vier Hallen-Runden sind nicht unbedingt ihre Spezialstrecke, eigentlich nutzt sie die nur als Vorbereitung für die 1500. Es hätte fast sogar noch mehr werden können, leider wurde der starke Schlussspurt Verena Meisls nicht belohnt. Ihre Gemütslage nach Platz vier in 2:04,75 Minuten: „Natürlich ist es knapp an einer Medaille vorbei. Aber ich kann echt zufrieden sein, das ist nicht meine Hauptstrecke und dann doch so knapp am Podest vorbei und bei den Spezialistinnen gut mitgemischt.“

Nicht so recht mitmischen konnte die disqualifizierte 4-mal-200-Meter-Staffel des TV 01, die in diesem Jahr fast eine Nachwuchs-Staffel war. Nur Max Fischer ist dem Junioren-Alter bereits entwachsen, Alvin Mawumba, Samuel Franke-Göhausen und Moritz Waldner sind jung genug, um noch ein paar Chancen auf Staffel-Medaillen zu haben. Vielleicht ja schon bei den Deutschen Meisterschaften im Sommer, im Lohrheidestadion.

Text: Ingo Knosowski

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