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DHM 2026: TV 01 mit kleinem Team dabei – Honsel verletzt

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Gehen für den TV Wattenscheid 01 auf die Jagd nach Edelmetall und guten Platzierungen (v. li.): Marius Probst, Alvin Mawumba, Verena Meisl, Jolina Ernst, Julia Ritter, Deniz Almas, Max Fischer, Favour Adesokan, Berenike Roos, Michael Huke

Am Freitagabend (27.02.2026) beginnen die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Dortmund. Der TV Wattenscheid 01 ist mit einem kleinen Team dabei. Absagen musste leider Zwei-Meter-Hochspringerin Christina Honsel.

Für die Athletinnen und Athleten des TV Wattenscheid 01 ein Heimspiel, die Helmut-Körnig-Halle neben dem Dortmunder Stadion ist oder war für viele Winter-Trainingsstätte. „Die Hallensaison ist für uns nur eine Zwischenstation“, sagt TV 01-Manager Michael Huke, „aber wir werden uns vernünftig präsentieren. Und im Sommer, wenn alle dabei sind, werden wir eine tolle Truppe zusammenhaben.“

Der TV Wattenscheid geht mit einem kleinen Team an den Start. Nach der Absage von Top-Hochspringerin Christina Honsel – sie pausiert aufgrund einer jüngst aufgetretenen Fußverletzung – sind einige Athleten wie Kevin Ugo oder Julian Reichmann (geb. Wagner) angeschlagen. Viele verzichten auf die Hallen-Saison, wie 400-Meter-Läufer Manuel Sanders, mit Blick auf einen Sommer, der mit den Deutschen Meisterschaften im Lohrheidestadion ein weiteres Highlight als Heimspiel bereithält.

Auftakt mit Kugelstoßerin Julia Ritter

Den Anfang am Freitagabend macht Kugelstoßerin Julia Ritter. Die Wattenscheiderin ist nach einem Ausflug in die Drehstoßtechnik wieder zum Angleiten zurückgekehrt, und zwar aus gesundheitlichen Gründen. Die Drehstoßtechnik hatte bei ihr für Schmerzen in Schulter und Ellenbogen gesorgt. „Angleiten tut nicht so weh“, sagte Julia Ritter bei der traditionellen Pressekonferenz des TV Wattenscheid vor den „Deutschen“, „und wir wollten nicht alle Wettkämpfe absagen.“ Die wiedergenesene Julia Ritter ist die Topkandidatin auf die Bronzemedaille. Das sieht sie auch selbst so: „Eigentlich muss Bronze das Ziel sein, ich will aber auch eine gute Weite anbieten, eine 18 oder hohe 17 wären schon schön.“ Unterstützen wird die Wattenscheiderin dabei ein großer privater Fanblock. Allein sie selbst hat 24 Karten für Verwandte und Freunde gekauft. Es sollen aber noch mehr kommen.

Sprint startet am Samstag

Im 60-Meter-Sprint fällt die Entscheidung am Samstag. Für den TV Wattenscheid 01 gehen Deniz Almas und Max Fischer auf die Bahn. Neuzugang Deniz Almas hat sich einiges vorgenommen: „Am Ende habe ich höhere Ansprüche an mich selbst, als der Verein sie an mich hat, glaube ich“, sagt der neue schnelle Mann in blau-weiß. Eine Zeit von 6,66 Sekunden steht derzeit für Deniz Almas zu Buche. Das ginge noch besser, sagt er: „Wir haben zuletzt viel Fein-Tuning betrieben, ich war entweder vorne oder hinten gut. Wenn ich das zusammenbekomme, wird es schnell.“ Nach den Deutschen Meisterschaften ist für ihn die Hallensaison beendet, dann beginnt die Vorbereitung auf die Staffel-WM im Mai. „Ich versuche, alle Großereignisse mitzunehmen“, sagt Deniz Almas.

Vereinskollege Max Fischer, ebenfalls neu im Club, hat seine Ziele unterdessen nicht ganz so hoch gehängt. Der Medizinstudent hat bisher eine 6,81 stehen und liebäugelt mit einer Halbfinal-Teilnahme. Alles weitere, sagt er, werde man dann am Wochenende sehen.

Jolina Ernst möchte ins Finale

Bei den Frauen wird sich Jolina Ernst an die Startlinie über 60 Meter stellen. Ihre Hallensaison bisher war durchwachsen: Mit einer persönlichen Bestzeit gestartet, dann leicht durchgehangen, auch wegen gesundheitlicher Probleme. „Die sind gottseidank Geschichte“, sagt Ernst gut gelaunt, „ich bin sehr guter Dinge, ich habe Bock, in Dortmund zu laufen.“ Das Ziel: Ein Platz im Finale.

Lange krank war Mittelstrecklerin Verena Meisl – deswegen startet die 1500-Meter-Spezialistin in Dortmund auch „nur“ über 800 Meter. Der Grund ist einfach: In diesem Winter hat Verena Meisl kein 1500-Meter-Rennen bestreiten können und deswegen nur eine 800er-Zeit stehen. Das macht der gewohnt coolen Verena Meisl aber nichts aus: „Es ist ein bisschen eine ungewohnte Strecke, da habe ich wenig Meisterschaftserfahrung. Aber: Die 800 fallen mir leichter und machen mir zumindest in der Halle mehr Spaß. Und nur einfach wäre ja auch langweilig.“

Marius Probst steht vor „Comeback“

Für Marius Probst sind die Deutschen Meisterschaften so eine Art Comeback. Ein 1500-Meter-Rennen konnte er bisher in diesem Winter bestreiten, nach einem verflixten Jahr ganz ohne Wettkämpfe, mit Rehas, Physiotherapie und Osteopathie und endlosen Stunden auf dem Fahrrad. Weil sein Fuß, den er sich bei den Hallen-Europameisterschaften im letzten Jahr verletzt hatte, nach wahrscheinlich zu vielen Hallen-Rennen mit ihren engen Radien, einfach keine Ruhe gab. Seit Oktober ist Marius Probst wieder im Lauftraining, verzichtete aber auf den Stress der Wettkämpfe: „Ich denke, wir haben aus unseren Fehlern gelernt und keine große Hallensaison geplant“ sagte Marius Probst in Wattenscheid, „ich bin letztendlich topfit und fahre in einer super Verfassung nach Dortmund. Ich bin guter Dinge und will weit vorne landen.“

Text: Ingo Knosowski / TV Wattenscheid 01

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