Viel Prominenz vor der Straßenbahn im neuen Olympia-Look. Foto: Stenzel
Ulrich Liebert (stellv. SSB-Vorsitzender) im Austausch mit Andrea Milz (NRW-Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt). Foto: Stenzel
Bochum und Gelsenkirchen werben gemeinsam für Spiele an Rhein und Ruhr.
Bochum, 23. März 2026
Olympische und paralympische Spiele an Rhein und Ruhr: Darum möchten sich – mit Köln an der Spitze – insgesamt 17 Städte aus der Region bewerben. Bochum und Gelsenkirchen zählen dazu. In beiden Kommunen können Wahlberechtigte ab 16 Jahren per Bürgerentscheid bis zum 19. April über die Teilnahme ihrer Stadt an der Bewerbung von „KölnRheinRuhr“ abstimmen.
Auf die Bewerbung und Bürgerbeteiligung macht jetzt in Bochum und Gelsenkirchen auch eine Straßenbahn im Olympia-Look aufmerksam. Sie fährt auf der Linie 302, die beide Städte und gleich drei mögliche Wettkampfstätten verbindet: die Jahrhunderthalle (moderner Fünfkampf/Fechten), das Lohrheidestadion (moderner Fünfkampf) und die Veltins-Arena (Aquatics Hub für u.a. Schwimmen, Turmspringen, Wasserball). In Bochum ist zudem das Vonovia Ruhrstadion (Fußball) als Austragungsort vorgesehen.
In Bochum gib es aktuell nur noch ein Thema: Olympische und paralympische Spiele an Rhein und Ruhr. Ich bin mir mehr als sicher, dass sich beim Bürgerentscheid eine sehr große Mehrheit dafür aussprechen wird. (Ulrich Liebert, stellvertretender Vorsitzender im SSB)
Die Olympia-Straßenbahn, vom Land NRW frisch verpackt in die Kampagne „Dein JA schreibt olympische und paralympische Geschichte. Unsere Städte. Unsere Spiele.“ rollt erstmals ab morgen (24. März) über die Strecke. Andrea Milz, NRW-Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat und Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze gaben heute zusammen mit BOGESTRA-Vorstand Dr. Thomas Schaffer auf dem Betriebshof Engelsburg in Bochum das symbolische Startsignal. An ihrer Seite: Bochums Sportdezernent Dietmar Dieckmann und Gelsenkirchens Olympia-Botschafterin Brigitte Präsang, Geschäftsführerin der SG Gelsenkirchen und bis 2020 Leiterin des Schwimmleistungszentrums Nordwestfalen. Dass sie hinter der gemeinsamen Bewerbung von „KölnRheinRuhr“ stehen, signalisierten auch Verbandsspitzen aus beiden Städten: Ulrich Liebert, stellvertretender Vorsitzender des Stadtsportbunds Bochum, Marc Kopatz, Geschäftsführer von Gelsensport, und Heiko Schneider, Vorsitzender der Sportjugend Bochum.
Mit der Olympia-Straßenbahn im Fokus standen erneut Sportlerinnen und Sportler, die die Bewerbung unterstützen: Darja Heinbichner und Jana Stüwe vom SV Blau-Weiß Bochum sowie Simon Reinke von der SG Essen. Die beiden Bochumer Wasserballerinnen holten bei den FISU World University Games (WUG) Rhine-Ruhr 2025 Gold für Deutschland. „Das war ein unbeschreibliches Gefühl“, erzählt Jana Stüwe. „Die Chance, Olympia hier vor der ganzen Familie und Freunden zu erleben, wäre einzigartig“, schwärmt Darja Heinbichner. Schwimmtalent Simon Reinke, der an der Ruhr-Universität Bochum studiert und mit der 4 x 200 Meter-Freistil-Staffel 2024 in Vilnius Vize-Junioren-Weltmeister wurde, startete ebenfalls bei den WUG und sicherte sich Platz 6. Die World University Games sind nach den Olympischen und Paralympischen Spielen die weltweit größte Multisportveranstaltung. „Olympische Spiele sind für Sportlerinnen und Sportler immer ein Kindheitstraum – wenn man daran nur denkt, bekommt man Gänsehaut“, beschreibt Simon Reinke. Ganz frische Eindrücke von Olympischen und Paralympischen Spielen brachte André Schrader mit, der als Penny DEL-Schiedsrichter in Mailand Cortina 2026 Eishockey-Spiele gepfiffen hat. „Die fünf Ringe sind für jeden – egal ob Sportler, Kampfrichter oder Schiedsrichter – das Größte“, sagt er. „Es ist toll, vor Ort die Sportlerinnen und Sportler zu treffen. Das ist ein riesiges Get-together.“ Gemeinsam setzten sie mit den Vertreterinnen und Vertreter aus Düsseldorf, Bochum und Gelsenkirchen ein starkes Signal für „KölnRheinRuhr“.
„Die ,KölnRheinRuhr‘-Straßenbahn steht beispielhaft für das, was unsere Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele ausmacht: kurze Wege, starke Partnerschaften und eine Region, die gemeinsam Großes bewegen will“, freute sich Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, über die Aktion mit der BOGESTRA. „Nordrhein-Westfalen bringt mit seinen Städten, seiner Infrastruktur und vor allem mit den Menschen beste Voraussetzungen für nachhaltige und begeisternde Olympische und Paralympische Spiele mit. Jetzt liegt es an den Bürgerinnen und Bürgern, diese Chance im Rahmen der Ratsbürgerentscheide bis zum 19. April aktiv mitzugestalten.“
Dass die Olympia-Bewerbung gemeinschaftlich getragen wird, machte Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze deutlich: „Nichts symbolisiert besser den Geist unserer Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele als diese Bahn. Sie verbindet zwei Städte und drei mögliche olympische Austragungsorte und natürlich ganz viele Menschen. Die Bahn wird in den kommenden vier Wochen für die Teilnahme am Ratsbürgerentscheid werben und das sichtbarste Zeichen sein, dass wir diese Spiele in Gelsenkirchen, Bochum und den anderen 15 Kommunen austragen wollen. Sie steht für den Anspruch kompakter, nachhaltiger und mit der Jahrhunderthalle und der Arena AufSchalke auch für spektakuläre Spiele.“
BOGESTRA-Vorstand Dr. Thomas Schaffer wies auf die wichtige Rolle des Nahverkehrs bei derartigen Großveranstaltungen hin: „Mobilität und Sport gehören bei uns in der Region zusammen. Bei Großereignissen wie zuletzt der Fußball-Europameisterschaft oder den FISU World University Games sind unsere Busse und Bahnen leistungsfähige Mitspieler. Daher freuen wir uns, dass bei Olympia und Paralympics ,KölnRheinRuhr‘ die Fans auch mit uns zu spannenden Wettkämpfen kommen werden.“
Welche Wirkung Olympische und Paralympische Spiele an Rhein und Ruhr für die Menschen in der Region haben können, unterstrich Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat: „Olympia an Rhein und Ruhr ist eine Chance, die Zukunft unserer sportbegeisterten Region aktiv mitzugestalten und die Austragungsorte international sichtbar zu machen. Dabei geht es um mehr als um zwei Wochen Spitzensport: Die Olympia-Bewerbung stärkt ,KölnRheinRuhr‘ als Wirtschafts-, Wissenschafts- und Sportstandort und schafft über viele Jahre hinweg Aufträge, Beschäftigung sowie Innovationen.“ Sie wirke als Beschleunigerin für Bereiche wie moderne Infrastruktur, leistungsfähige Sportstätten und gute Mobilität. „KölnRhein-Ruhr“ sei ein regionales Gemeinschaftsprojekt, von dem auch Bochum und Gelsenkirchen profitieren würden – als Sportstädte und als Teil einer starken Metropolregion.