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"Senioreneinrichtung & Sportverein" – großes Netzwerk entsteht

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Großes Interesse: Aufmerksam verfolgten die Anwesenden die BAP-Projektvorstellung. Foto: SSB

Rund 35 Gäste kamen zur 3. Kooperationsbörse „Senioreneinrichtung & Sportverein“ Ende April 2017, um sich über neue Angebote für alte und hochaltrige Menschen, die aktiv werden oder bleiben wollen, zu informieren und entsprechende Projektpartner zu finden.

Dabei konnten sie sich über Aspekte der Quartiersarbeit, das Modellprojekt „Bewegende Alteneinrichtungen und Pflegedienste“ des Landessportbundes NRW e.V. (LSB) und einige Best-Practice-Beispiele informieren. Neue Möglichkeiten ergaben sich dadurch, dass unter den Gästen auch einige Vertreter Bochumer Pflegeeinrichtungen waren. Diese wurden von Initiatorin Monika Merl, Projektleiterin beim Stadtsportbund Bochum e.V. (SSB), herzlich begrüßt, wie auch die anderen Gäste: die Fachschaft der Bochumer Angelvereine sowie Vertreter von Senioreneinrichtungen, Sportvereinen und des Seniorenbeirates der Stadt.

Das Modellprojekt BAP

Viel Aufmerksamkeit erhielt der Vortrag von Kai Labinski vom LSB. Er als Koordinator stellte das Modellprojekt BAP „Bewegende Alteneinrichtungen und Pflegedienste“ vor. Der Hintergrund ist die alternde Gesellschaft mit ihren sich erhöhenden Bedarfen: So wird bis 2030 die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland um etwa 35 Prozent steigen. Dieser Entwicklung, die auf einen Pflegenotstand hinauslaufe, müsse mit geeigneten Maßnahmen begegnet werden. Denn es gelte, so viele ältere und altwerdende Menschen wie möglich gesund und fit zu erhalten, damit sie so lange es geht ein selbstbestimmtes Leben zu führen in der Lage sind.

Eine Option biete hier das Modellprojekt BAP. Es zielt darauf, die Lebensqualität bis ins hohe Alter zu gewährleisten durch Bewegungsangebote, die auf Kooperationen beruhen: Alteneinrichtungen, Pflegeeinrichtungen und Sportvereine bieten gemeinsame Bewegungsangebote an. Deren Stärken liegen darin, dass sie vor Ort angeboten werden und daher den Teilnehmern kurze Wege ermöglichen. Kai Labinski zeigte anhand einiger Beispiele aus dem Bereich niedrigschwelliger Angebote, des Präventions- und Rehabilitationssports (Spaziergänge und Gehtraining, Rollator-Training, Bewegtes Gehirntraining etc.) auf, was angeboten werden könne. Und er erläuterte, wie für Vereine und Einrichtungen, die solche Angebote machen wollen, die Förderung über den LSB funktioniert.

Die Stärke von BAP: Bewegungsangebote werden in Alteneinrichtungen und in pflegerischen Versorgungsstrukturen implementiert, Schulungen, Handlungsleitfäden und ein sinnvolles Finanzierungssystem werden bereitgestellt, Sportvereine vor Ort bieten sich neue Handlungsfelder. Kai Labinski: „Nicht nur Alten- und Pflegeeinrichtungen, sondern auch Sportvereine werden so zu Gestaltern des demografischen Wandels – und da auch die älteren Menschen ihren Nutzen haben, profitieren am Ende alle.“ BAP wird seit 2016 angeboten und bereits gut von den Vereinen in NRW angenommen. Kai Labinski erwartet jedoch eine Vielzahl weiterer Anträge – das Projekt BAP wird auch 2018 weiterlaufen.

Quartiersarbeit in Bochum läuft

Anschließend berichteten SSB-Projektleiterin Monika Merl und Nadine Urlacher von der Caritas Bochum-Wattenscheid über den Stand der Quartiersarbeit in Bochum. Sie gingen auf ausgewählte Baumaßnahmen ein, die wohnortnahe Bewegungsangebote ermöglichen; etwa der Generationenspielplatz auf dem Springerplatz und mehre Projekte in Wattenscheid, die unter dem Label „bewegte und bespielte Stadt“ gut angenommen werden.

Beispielhaft wurden mehrere Bewegungsangebote im Quartier Wattenscheid vorgestellt. Der TV Wattenscheid 01 Breitensport e.V. und die Turnabteilung des BSC 21 Wattenscheid e.V. etwa haben Angebote für Menschen 70plus geschaffen, die in den Räumlichkeiten des AWO-Familienzentrums an der Moltkestraße stattfinden. Passend dazu macht das Deutsche Rote Kreuz ein Fahrdienstangebot, das von Sportinteressierten genutzt werden kann. „Hier ist ein großes Netzwerk aus verschiedenen Partnern entstanden, das hervorragend funktioniert“, so Monika Merl.

Am Ende der Veranstaltung gab es viele Gespräche und einen regen Austausch der Anwesenden. So war bereits nach kurzer Zeit eine neue Kooperation zwischen dem Schachverein Wattenscheid e.V. und dem Seniorenbüro Wattenscheid-Mitte entstanden. Ab August – so ein erster Schritt – werden einige Schach-Schnuppertermine für Anfänger oder Wiedereinsteiger im Caritas-Zentrum an der Probst-Hellmich-Promenade angeboten. Monika Merl: „Dies ist nur ein Beispiel. Die Kooperationsbörse hat auch diesmal wieder viele weitere Projekte angeschoben, von denen bald zu berichten sein wird.“

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