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SSB zeichnet sportliches Trio aus
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Der Vorsitzende des SSB-Ehrungsausschusses, Ulrich Liebert, war Laudator der drei Preisträger.
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Bildquelle: Schröder
(as) - Einer der Höhepunkte des SSB-Empfangs sind die Ehrungen erfolgreicher und verdienter Sportlerinnen und Sportler Bochums. In diesem Jahr gingen die Preise an zwei ältere, aber keineswegs „verstaubte“ Herren, die eine hochtalentierte und bereits überaus erfolgreiche junge Frau in ihre Mitte nahmen. Der Vorsitzende des SSB-Ehrungsausschusses, Ulrich Liebert, übernahm dann auch gerne das Amt des Laudators, denn die Lobreden angesichts dieses Trios zu formulieren, war eine dankbare Aufgabe.
Mit der Ehrenplakette des Stadtsportbundes ausgezeichnet wurden in diesem Jahr der ehemalige Fußballnationalspieler und beim SuS Gerthe 1911 groß gewordene Gerd Harpers sowie der ehemalige Spitzenlangstreckler und heutige Vorsitzende des Kreis-Leichtathletik-Ausschusses, Gustav Disse. Den Nachwuchspreis des SSB erhielt die Kanutin Lara Daniel. Das 18-jährige Kajak-Talent vom KC Wiking räumte bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften gleich fünf Titel ab und triumphierte bei den Europameisterschaften in Ungarn im Viererkajak.
Gerd Harpers
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Die Ehrenplakette des Stadtsportbundes erhielt Bochums erster Fußballnationalspieler Gerd Harpers.
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Bildquelle: Schröder
Laudatio von Ulrich Liebert:
Die Ehrenplakette des Stadtsportbundes Bochum erhält Gerd Harpers.
„Fußball – das ist sein Leben“, lautet die Überschrift der Laudatio für Gerd Harpers. Er ist ein echter Bochumer Junge. Er ist ein Juwel unter Bochums Sportlern und war Bochums erster Fußball-Nationalspieler. Seit seinem sechsten Lebensjahr gehört Gerd Harpers zum SuS Gerthe. Er spielte unter anderem für den SV Sodingen in der damals höchsten Spielklasse, der Oberliga West, und nahm 1955 an den Spielen um die Deutsche Fußballmeisterschaft teil. Immerhin damals schon vor 60.000 Zuschauern in der Glückauf-Kampfbahn in Gelsenkirchen, in der der SV Sodingen gegen den 1. FC Kaiserslautern spielte.
Von 1953 bis 1955 wurde er von Sepp Herberger in die Nationalmannschaft berufen. Insgesamt wurde Gerd Harpers zwölf Mal bei Länderspielen eingesetzt, so auch 1955 beim legendären Spiel gegen die UdSSR in Moskau vor 80.000 Zuschauern. Zu seine Kameraden auf dem Rasen gehörten unter anderem Helmut Rahn, Horst Eckel, Toni Turek sowie Fritz und Ottmar Walter.
Es ist überliefert, dass Gerdi nicht nur auf dem Rasen sondern auch gerne auf dem Parkett tanzte. Einer jungen Dame, die er aufforderte, ihn aber wohl nicht erkannte, stellte er sich anschließend mit den Worten vor: „Sie tanzten soeben mit dem Nationalspieler, Gerd Harpers“
Trotz zahlreicher Angebote aus dem Ausland blieb Gerd Harpers immer dem geliebten Ruhrgebiet treu. 1959 fand seine aktive Laufbahn aufgrund einer ernsten Verletzung ein plötzliches Ende. Doch er blieb dem Fußball treu. In verschiedenen Amateur- und Jugendmannschaften wirkte er als Trainer. Als Mitglied der WDR-Prominentenmannschaft spielte er über 20 Jahre zu Gunsten karitativer Zwecke. Mit inzwischen 80 Jahren ist er bis heute Pate der Kinderfußball-Werbetage der SpVgg Gerthe. Seine Kontaktfreudigkeit zeichnet ihn aus. Seine Disziplin, seine Kompetenz und sein soziales Engagement sind eine Vorbildfunktion für viele jungendliche Sportler der heutigen Zeit.
Mit großem Respekt und höchster Anerkennung seiner Laufbahn erhält Gerd Harpers heute die Ehrenplakette des SSB.
Gustav Disse
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SSB-Vorsitzende Gaby Schäfer und ihr Stellvertreter Ulrich Liebert zeichnen Gustav Disse (Mitte) mit der Ehrenplakette des Stadtsportbundes aus.
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Bildquelle: Schröder
Laudatio von Ulrich Liebert:
Die Ehrenplakette des Stadtsportbundes Bochum erhält Gustav Disse.
Man wird nicht von vielen Menschen sagen können, dass sie ihr ganzes Leben dem Sport gewidmet haben doch auf Gustav Disse passt diese Aussage zu 100 Prozent. Zunächst Turner , dann erfolgreicher Marathonmann und bis heute ruheloser Ehrenamtler, dem wir in Bochum viel zu verdanken haben. Seine erste sportliche Laufbahn als Turner musste der damalige „Kumpel “nach einem schweren Berufsunfall „unter Tage“ 1953 aufgeben. Aber er besann sich rasch auf andere sportliche Herausforderungen und trainierte hart als Langstreckenläufer.
1953 wurde er Mitglied im SC Dahlhausen und stand bereits 1956 als Deutscher Marathonmeister ganz oben auf dem Siegerpodest. Diesen Erfolg wiederholte er auch 1957 und 1959. Anfang der 60er Jahre lief Gustav Disse die Marathonstrecke in einer Zeit von 2:24 Stunden, eine Zeit die auch heute noch in der Bestenliste des Deutschen Leichtathletikverbandes geführt wird. Er war einfach ein Lauftalent, und so verwundert es nicht, wenn man in seiner Biografie nachlesen kann, dass er auch beim Silvesterlauf in Sao Paulo erfolgreich dabei war.
1966 beendete er seine aktive Laufbahn mit unzähligen Titeln und Trophäen. Er studierte danach an der Sporthochschule in Köln und war danach bis 1993 Sportlehrer an einer Bochumer Schule.
Sein ehrenamtliches Engagement für den Sport ging ebenfalls weiter. Er wurde Mitglied beim TV Wattenscheid und arbeitete hier als Trainer. Er betreute so erfolgreiche Läufer wie Manfred Lubba, Hans Dieter Schulten, Wolf-Dieter Poschmann und viele andere.
Seit 1967 ist er als Kampfrichter tätig und wurde so bei den Olympischen Spielen 1972 in München bei den Laufwettbewerben als Unparteiischer eingesetzt. In Bochum übernahm Gustav Disse 1998 den Vorsitz im Kreis-Leichtathletik-Ausschuss. Die äußerst erfolgreichen Wettbewerbe der Deutschen Leichtatlethik-Meisterschaften und die DLV-Gala im Lohrheidestadion tragen seine Handschrift. Maßgeblich und unermüdlich war er in der Organisation dieser Bochumer Top-Veranstaltungen tätig. Als Fachschaftsleiter Leichtathletik im Stadtsportbund schätzen wir seinen Rat und die oftmals auch kritischen Anregungen, die uns stets geholfen haben im Engagement für gute Bedingungen im Bochumer Sport.
Wir wünschen Dir und uns: Auch mit 75 ist noch lange nicht Schluss. Denn sein Puls von 40, auch in Stresssituationen, beweist mal wieder: SPORT HÄLT FIT!
Lara Daniel
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Lara Daniel, 18-jährige Kanutin des KC Wiking, wurde mit dem Nachwuchspreis des Stadtsportbundes ausgezeichnet.
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Bildquelle: Schröder
Den Nachwuchs-Ehrenpreis des Stadtsportbundes Bochum erhält Lara Daniel.
„Ohne Fleiß keinen Preis - ohne Training keine Erfolge“, diese alten Weisheiten hat die 18-jährige Kajak-Fahrerin des KC Wiking sehr schnell für sich verinnerlicht. Über zwanzig Stunden die Woche trainiert sie im Boot auf dem Baldeneysee, dazu Kraft-, Lauf- und Schwimmtraining. Seit Jahren kein richtiger Urlaub und in den Sommerferien war sie gerade mal drei Tage zu Hause - ansonsten Trainingslager und Wettbewerbe. Und all diese Mühen wurden 2008 bestens belohnt. Wer Berichte über ihre Siege und Medaillen liest, dem schwindelt es: Deutsche Juniorenmeisterin - gleich fünf Mal -, Europameisterin im K4 in Ungarn und Westdeutsche Meisterin sowieso.
Diese junge Schlagfrau fährt die Erfolge ein - „Schlag auf Schlag“ und bei der Deutschen Meisterschaft 2008 in München gleich fünf Mal über fast jede beliebige Distanz. Lara Daniel wird inzwischen mit den anderen Größen des erfolgreichen Bochumer Kanuclubs in einem Atemzug genannt. Die Lokalpresse widmete ihr kürzlich ein ausführliches Porträt - da ist es nicht mehr weit zur ersten Homestory.
Wir ehren Lara Daniel für ihre sportlichen Erfolge mit denen sie sich selbst beschenkt, aber auch ihren Verein und unsere Stadt. Olympia ist ihr Fernziel und Birgit Fischer die große Goldmedaillen-Fischerin ist ihr Vorbild. Gefragt, wenn sie mal für einen Tag tauschen dürfte: „dann wäre ich gerne ein Topmodell“. Den Wunsch können wir heute erfüllen - hier ist dein Laufsteg!
Herzlichen Glückwunsch Lara Daniel.
