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Bürgerbefragung zum Sporttreiben

Schwimmer erzeugt Wasserfontäne.

Ausgesuchte Ergebnisse der Einwohnerbefragung zum Sporttreiben in Bochum

Drei Viertel aller Bochumer bezeichnen sich als sport- oder bewegungsaktiv

Die Aktivenquote liegt bei den 10- bis 75-jährigen Bochumern bei 76,1 Prozent – drei Viertel aller Bochumer zwischen 10 und 75 Jahren bezeichnen sich als sport- bzw. bewegungsaktiv. Dabei ist zu beachten, dass ein »weiter Sportbegriff« der Befragung zugrunde liegt; dieser umfasst sowohl Sportaktivitäten im engeren Sinne (»Sport treiben«) als auch die bewegungsaktive Freizeit (»bewegungsaktive Erholung«). Werden nur diejenigen betrachtet, die mindestens einmal pro Woche Sport treiben, so liegt der Wert 11,4 Prozentpunkte niedriger. 64,7 Prozent der Bochumer sind einmal wöchentlich sport- bzw. bewegungsaktiv.

Sport oder bewegungsaktive Erholung?

Bei einer allgemeinen Charakterisierung der sportartbezogenen Aktivitäten bezeichnen 50,9 Prozent der Bochumer ihr Engagement als »bewegungsaktive Erholung« und 49,1 Prozent als »Sport treiben«. Eine Differenzierung nach Haupt- und Nebensportarten zeigt, dass nur bei der Hauptsportart das Verständnis eher »sportlich« geprägt ist. Bei den Nebensportarten dominiert dagegen die »bewegungsaktive Erholung« eindeutig.

Wettkampfsport

Der Anteil der Sporttreibenden, der in Mannschaften wettkampfsportlich aktiv ist, liegt bei 8,9 Prozent; hinzukommen weitere 9,9 Prozent der Sporttreibenden, die als Einzelsportler an Wettkämpfen teilnehmen. Der Anteil der Männer, die in festen Wettkampfmannschaften oder als Einzelsportler aktiv sind (24,7 Prozent), ist deutlich höher als bei den Frauen (13,5 Prozent).

Hitliste der (gruppierten) Sportarten

Von den sport- und bewegungsaktiven Bochumern wurden 112 verschiedene Sportarten angegeben, von denen die Aktiven im Schnitt über 2 Sportarten (2,14) mehr oder weniger regelmäßig beziehungsweise zeitintensiv betreiben. Die Hitliste der (gruppierten) Sportarten zeigt einen herausragenden Spitzenreiter: der Radsport mit etwas mehr als 40,0 Prozent der Aktiven. Es folgen der Schwimmsport (35,0 Prozent) und die vielfältigen Bewegungsformen aus dem Bereich Fitnesstraining/Gymnastik (26,7 Prozent). Auf den Rängen vier bis sechs finden sich das Joggen/Laufen, das Spazieren gehen und das Wandern/Walking, die von etwa einem Viertel bis einem Sechstel der sport- und bewegungsaktiven Bochumer als Haupt- oder Nebensportart angegeben wurden. Fußball, Inline/Rollsport, Kraftsport und Tennis, belegen die Plätze 6 bis 10; diese Sportarten vereinen jeweils zwischen 3,8 Prozent bis 11,6 Prozent der Aktivitäten auf sich.

Sportorganisation durch Vereine, gewerbliche Anbieter oder in privatem Rahmen

Zwei Drittel des gesamten Sporttreibens (68,4 Prozent) wird in privatem Rahmen organisiert. Für ein Siebtel (14,2 Prozent) des Sporttreibens zeichnet sich der Sportverein als Organisator aus. Auf die gewerblichen Anbieter entfällt ein Anteil von 10,9 Prozent. Bei diesen Werten sind sämtliche Sport- und Bewegungsaktivitäten der Bochumer – auch das in hohem Maße informell betriebene Fahrradfahren, Schwimmen, Spazieren gehen, Wandern, Inline-Skating, Joggen etc – mit einbezogen. Werden nur die Ballsportarten betrachtet, liegt der Anteil des Sportvereins an der Organisation des Sporttreibens deutlich höher.

Geringere Sportaktivität im Winter

Fast zwei Drittel (64,3 Prozent) der Bochumer bezeichnen ihre Sportausübung als »regelmäßig«. Dabei geben 74,3 Prozent an, dass sie im Sommerhalbjahr ihre Aktivitäten regelmäßig ausüben; für den Winter ist ein Rückgang des regelmäßigen Sporttreibens festzustellen; nur etwas mehr als die Hälfte der sport- und bewegungsaktiven Bochumer (53,8 Prozent) betreiben in der kalten Jahreszeit ihre Aktivitäten regelmäßig. Die Frauen verweisen dabei auf einen leicht höheren Grad an Regelmäßigkeit. Diejenigen, die ihre Aktivitätsform als »Sport treiben« bezeichnen, geben - vor allem im Winterzeitpunkt - eine deutlich stärkere Regelmäßigkeit als die »Bewegungsaktiven« an.

Qualität der Sportstätten und Sportgelegenheiten

Zur Qualität der Sportstätten und Sportgelegenheiten zeichnen sich folgende Ergebnisse ab:

  • Jeder Dritte der sportlich aktiven Bochumer bezeichnet den Zustand der von ihnen benutzten Sportanlagen als »gut« bis »sehr gut« (59,4 Prozent); lediglich ein Siebtel der Aktiven vergibt für ihre Sportanlagen die Noten »ausreichend« oder »mangelhaft« (13,5 Prozent). Die Qualität/Ausstattung der Sportanlagen wird etwas kritischer beurteilt. Hier vergeben nur 55,8 Prozent die Noten »gut« und »sehr gut«.
    Bei diesen Werten handelt es sich um Durchschnittswerte, die sich auf alle Sportstätten und Sportgelegenheiten und auch auf alle Sportaktivitäten beziehen. Deshalb ist es interessant zu beobachten, ob die jeweiligen Sportanlagenarten besser oder schlechter als die anderen Sportstätten beurteilt werden. Bei dieser Betrachtungsweise sollen nun hauptsächlich die so genannten »Kernsportstätten« (Hallen, Plätze, Bäder) herangezogen werden, da gerade diese für die Sportverwaltung von besonderem Interesse sind.
    Auf den ersten Blick zeigt sich dabei, dass die Sporthallen in ihrer Beurteilung insgesamt gut abschneiden und nur geringe Abweichungen von den Durchschnittswerten aufweisen. Deutliche Schwankungen zwischen den Jahreszeiten sind in der Regel nicht erkennbar. Anders sieht es bei den Sportplätzen aus. Ihr Zustand wird im Jahresdurchschnitt nur zu 49,6 Prozent als positiv bzw. sehr positiv eingestuft, zudem zeigt sich zwischen Sommer und Winter bei diesen Sportstätten eine deutliche Differenz. Während die positive Bewertung im Sommer leicht auf 51,1 Prozent ansteigt, fällt sie im Winterhalbjahr auf 46,1 Prozent. Dafür gibt es in der kalten Jahreszeit fast 30 Prozent der Antwortenden, welche den Zustand der Sportplätze im Winter als höchstens »ausreichend« oder sogar »mangelhaft« empfinden.
    Die Frei- und Hallenbäder liegen hingegen im geringen Maße unter dem allgemeinen Durchschnitt der Bewertungen »sehr gut« und »gut«. In dieser Kategorie greifen die Befragten eher zum Urteil »befriedigend«, als bei den anderen Sportstätten.
  • Die Entfernung zu den Sportstätten wird von 73,6 Prozent der Aktiven als gut bis sehr gut bezeichnet; lediglich 8,9 Prozent vergeben eine ausreichende bzw. mangelhafte Benotung.
  • Die Sauberkeit/Hygiene der Sportstätten wird von den Bochumer Bürgern etwas kritischer gesehen. Zwar beurteilen fast drei Fünftel (57,8 Prozent) die Sauberkeit als »sehr gut« bzw. »gut«, allerdings empfindet ein Sechstel die Hygiene nur als ausreichend bzw. mangelhaft.
    Die im vorigen Abschnitt geschilderten Trends finden sich im Grundsatz auch beim differenzierten Blick bezüglich der Kernsportstätten wieder. Allerdings sind zwei Besonderheiten erkennbar. Die Hallenbäder werden diesmal von allen Kernsportstätten am positivsten bezüglich ihrer Sauberkeit bewertet (57,0 Prozent »sehr gut« oder »gut«).
    Deutlich schlechter als im Gesamtschnitt werden wiederum die Sportplätze beurteilt (22,2 Prozent »ausreichend« oder »mangelhaft«), wobei hier die Schwankungen zwischen der warmen und der kalten Jahreszeit nicht ganz so deutlich wie in der Rubrik »Zustand der Sportstätte« ausfallen.

Ort des Sporttreibens

Bei der Frage nach dem Ort des Sporttreibens zeigt sich, das drei Viertel (75,6 Prozent) des gesamten Sporttreibens auf den Bochumer Stadtraum begrenzt bleibt. Sehr häufig ist außerdem die Ortsangabe »Bochum und Umgebung« anzutreffen (6,2 Prozent). Ein hoher Anteil des Sporttreibens wird in den Nachbarstädten Witten (5,2 Prozent) und Herne (4,3 Prozent) durchgeführt.

Eine differenzierte Betrachtung nach Einzelsportarten bietet auch für diese Frage interessante Ergebnisse. Insbesondere der Bereich Fitnesstraining/Gymnastik weist eine hohe »Sport-vor-Ort«-Quote aus. In diesem Bewegungsbereich werden 93,5 Prozent aller Aktivitäten auf Bochumer Stadtgebiet ausgeführt. Auch die Sportart Fußball (85,9 Prozent) weist eine hohe »Sport-vor-Ort«-Bindung auf. Im Schwimmsport werden sieben von zehn Aktivitäten (70,4 Prozent) in Bochum ausgeführt, 28,1 Prozent nutzen die Angebote der umliegenden Städte. Einen hohen Anteil an Auspendler weist der Bereich Inline/Rollsport und der Reitsport auf. Hier finden fast die Hälfte (45,7 Prozent) bzw. zwei Fünftel (40,3 Prozent) der Aktivitäten außerhalb von Bochum statt.

Neugier auf andere Sportarten

Die Bochumer äußerten sich auch dazu, ob und welche neuen Sportarten sie künftig kennen lernen bzw. regelmäßig betreiben wollen. Vorab ist aber darauf hinzuweisen, dass über drei Fünftel der Bochumer (61,8 Prozent) mit den von ihnen betriebenen Sportarten zufrieden ist, denn sie äußerten explizit ein »nein« auf diese Frage.

  • Fast jeder vierte Bochumer (23,3 Prozent) vermerkt, dass er künftig eine neue Sportart in Form eines Schnupperkurses kennen lernen möchte. An vorderer Stelle der Erstnennungen werden dabei Fitnesstraining/ Gymnastik (18,5 Prozent) und asiatische Kampfsportarten (15,2 Prozent) genannt. Es folgen der Schwimmsport (12,7 Prozent), der Tanzsport (8,9 Prozent), Wandern/Walking (8,6 Prozent), Wassersport (7,8 Prozent), Yoga (6,7 Prozent), sowie Golf (4,9 Prozent) und der Klettersport (4,8 Prozent). Umgerechnet entspricht in diesem Fall 1 Prozent in etwa 550 Bochumern; für den Bereich Fitnesstraining/Gymnastik würde dies bedeuten, dass es etwa 10.200 Personen in Bochum gibt, die grundsätzlich an einem Schnupperkurs in diesem Bereich interessiert wären.
  • Fast jeder sechste Bochumer (15,6 Prozent) äußert die Absicht, künftig auch »regelmäßig« neue Sportarten auszuüben. Hierbei führt wiederum Fitnesstraining/Gymnastik (19,1 Prozent) die Rangliste an, gefolgt vom Schwimmsport (18,0 Prozent), Wandern/Walking (6,4 Prozent), den asiatischen Kampfsportarten (7,7 Prozent), Yoga (5,8 Prozent), dem Tanzsport (8,8 Prozent) und Joggen/Laufen (6,8 Prozent). Bei dieser Frage entspricht 1 Prozent in etwa 370 Bochumern.

Neu begonnene und aufgegebene Sportarten

Die Bochumer wurden zudem danach befragt, welche Sportarten sie in den letzten drei Jahren begonnen bzw. in den letzten drei Jahren aufgegeben hatten. Dabei zeigte sich, dass die Mehrheit der Bürger ihre Sportarten seit mehr als drei Jahren ausübt.

  • Zwei Fünftel der Bochumer (39,6 Prozent) haben in den letzten drei Jahren eine oder mehrere Sportarten neu begonnen. Spitzenreiter ist dabei der Fitnesstraining/Gymnastik mit einem Anteil von 31,1 Prozent. Es folgen Joggen, Laufen (15,6 Prozent), der Schwimmsport (14,9 Prozent), Wandern/Walking (13,5 Prozent), der Radsport (7,9 Prozent) und Fußball (7,1 Prozent) sowie der asiatische Kampfsport (5,4 Prozent) und der Tanzsport (4,7 Prozent).
  • In den letzten drei Jahren gaben 28,7 Prozent der Bochumer Bürger Sportarten wieder auf. Hierbei führt Fitnesstraining/Gymnastik (24,8 Prozent) die Rangliste an, gefolgt vom Schwimmsport (11,9 Prozent), Fußball (10,7 Prozent), Joggen, Laufen (8,8 Prozent), asiatischem Kampfsport (8,8 Prozent), Tennis (6,7 Prozent) und dem Tanzsport (6,6 Prozent).

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